TUBE & BERGER Interview Feb. 2010
Neben Remixen für Bands wie 2Raumwohnung, Deichkind oder die Neuinterpretation absoluter Klassiker, wie Yves De Ruyter’s Calling Earth und Lambda’s Hold on Tight, haben Tube & Berger auch zahlreiche eigene Produktionen vorzuweisen. Ihr Hit Straight Ahead war auf Platz 1 in sämtlichen internationalen Dance Charts und wochenlang in den UK Top 40.
Aktuell machen die beiden Solinger Arndt und Marko mit ihrem Label Kittball Records und der dazugehörigen Charity Compilation It Began In Africa mächtig Wirbel und haben für 2010 einige starke Releases im Gepäck…Ihr habt Ende 2002 mit dem Release „Geradeaus“ den großen Sprung geschafft und sämtliche Dance Charts weltweit angeführt und vor allem in England Begeisterung hervorgerufen. Wie kam es zu dem eher ungewöhnlichen Einstieg in die „Profiliga“ und hattet ihr seitdem damit zu kämpfen, dass man Euch in eine bestimmte Schiene stecken wollte? Oh ganz bestimmt! Wir haben auch oft sehr unterschiedlichen Sound gemacht, so dass es auch schwierig ist, uns einzustufen. Sagen wir mal… Wir tun uns etwas schwer mit Schubladendenken.
2003 war das Jahr, in dem es mit „Geradeaus“ losging und 2004 waren wir dann mit „Straight Ahead“ in den UK Charts. Auch in Australien waren wir wochenlang in den Top 50 und das war fast ein unwirkliches Gefühl, weil wir ja in Deutschland noch total unbekannt waren.
Wenn sich jemand nun heute „Straight Ahead“ anhört, kommt er sicher nicht auf die Idee, dass wir momentan ganz andere Musik machen. Wir werden sehen wo uns die Reise hinführt, denn „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“
Momentan seid ihr ja unter anderem mit Ante Perry und dem Track „1234“ auf sämtlichen Dancefloors vertreten. Was steckt hinter Eurem Erfolgsrezept und inwiefern denkt ihr, dass sich Eure Produktionen von denen der meisten anderen Acts unterscheiden?Wir sind halt etwas eigensinnig… Das hört man wohl auch in unseren Produktionen. Unserer Meinung nach, darf man bei allem Minimalismus und aller Coolness nicht vergessen, dass es um Musik geht. Gute Musik zeichnet sich ja eher durch Ideenreichtum und auch mal etwas Melodie aus, oder?
Groove ist wichtig, klar! Es muss pumpen und knattern und poltern… Aber die eine oder andere „Idee“ sollte auch in einem Clubtrack nicht fehlen.
Das der große Erfolg von elektronischer Musik aber auch positive Aspekte haben kann, sieht man an der Compilation „It began in Africa“, bei der zahlreiche Namhafte Künstler des elektronischen Genres ehrenamtlich Remixe von 15 Songs des African Chrildrens Choir anfertigten. Wie entstand die Idee dazu und wie war die Resonanz?
Das gesamte Projekt „It Began In Africa“ war so ungefähr mit das schönste, was wir je gemacht haben.Einmal wegen der durchweg positiven Resonanz der Künstler und auch des Kinderchors, zum anderen aber auch, weil sich alles trotz diverser Hindernisse alles so wunderbar gefügt hat. Besonders erfreulich ist natürlich der Hit „Bolingo Gringo“ von unserem Kittball Records Kumpel Simon².
Der Track ist jetzt seit 8 Wochen in den Beatport Top Ten und hat für das Projekt eine Menge eingespielt, aber auch unserem Label einen netten Boost gegeben.
Das merkt man z. B. daran, dass wir mit Demos bombadiert werden… Die meisten davon haben wir leider noch gar nicht gehört.
Ihr spielt im März in Stuttgart, besser gesagt bei der Tonsport im Romy S. Was habt ihr schon über die Clubs und Szene in Stuttgart gehört und was erwartet Ihr Euch von dem Gig?Wir waren vor langer Zeit mal im M1 und anschließend im Climax… Es war wohl ziemlich wild und der Abend war auch noch nicht wirklich vorbei, als es wieder hell wurde.
Es ist längst an der Zeit für einen zweiten Teil!
Wir gehen fest davon aus, dass wir im im Romy S. bestens aufgehoben sind und freuen uns auf eine ordentliche Runde Tonsport!
Das Interview führte Chris Schmidt, Sub Culture Stuttgart